Unser

Konzept

Im Jahre 1962 eröffnete der Schulverein Schloss Overhagen e.V. das Gymnasium Schloss Overhagen, um die Vorstellungen seiner Gründer von einer damals neuen Pädagogik zu verwirklichen. Das Vertrauen in die Autonomie des jungen Menschen und das Bewusstsein von seiner Verantwortung für die Gemeinschaft waren tragende Leitgedanken dabei. 

Unser GSO

Um die jungen Menschen möglichst umfassend bilden zu können, wurde der Schule eine Tagesheimschule mit Silentium angegliedert, die damals eine der ersten dieser Art in Nordrhein-Westfalen war. Damals wie heute freuen wir uns über ein vielfältiges, auch finanzielles Engagement der Elternschaft - ein "Schulgeld" wurde und wird am GSO aber keinesfalls erhoben.
Leben und Arbeiten in der Schule sind geprägt von einem freien, offenen Verhältnis untereinander. Die Freiheit, ohne Angst Fragen zu stellen, eine eigene Meinung zu vertreten, Kritik zu äußern und die Bereitschaft Kritik anzuhören machen es möglich, dass eine Atmosphäre des Lernens und Lehrens und ein Umgangsstil untereinander gelebt werden, welche diese Schule prägen.

Das Gymnasium Schloss Overhagen bietet das Abitur nach dreizehn Schuljahren (G9) an und versteht sich als eine Schule, in der zur Selbstverantwortung und zur Mitverantwortung erzogen wird. Für das Hineinwachsen in die Selbstverantwortung leiten wir dazu an, eigenes Tun zu überprüfen, Wertmaßstäbe anzulegen und gegebenenfalls sich selbst zu korrigieren, so dass die Korrektur von außen abnehmen kann und die Selbstverantwortung der Heranwachsenden zu­nimmt. Gleichzeitig soll aber auch bei den Lernenden das Bewusstsein dafür geweckt oder gestärkt werden, dass wir für die Gemeinschaft, in der wir leben und lernen, Mitverantwortung tragen. Dazu gehört, Hilfsbereitschaft zu üben und - was schwerer zu verwirklichen ist - nicht wegzuschauen, wenn Unrechtes geschieht. Dafür ist es von großer Wichtigkeit, gewaltlose Konfliktbewältigung zu lernen und zu üben. Die Diskussion in Offenheit – mit der Bereitschaft, Kritik zu üben und Kritik anzuhören – wird von uns für wichtig gehalten und von uns geübt. Verständnis für die Meinungen anderer soll gewonnen werden, in vergleichenden Begründungen müssen unterschiedliche Meinungen verarbeitet und schließlich Lösungen gesucht werden.
Nur in einer solchen angstfreien und auf Vertrauen basierenden Atmosphäre kann Lernen Freude bereiten, können sich Neugier und Motivation entwickeln. Diese wiederum sind Voraussetzung für gute Leistungen, für dauerhaften Lernzuwachs und fundierten Wissenserwerb. Leistung, ein Schlüsselbegriff unserer Gesellschaft, soll am Gymnasium Schloss Overhagen als etwas Positives erlebt werden. Unsere Schule will die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler fördern. Wir verstehen Leistung nicht einseitig kognitiv, sondern fassen darunter auch Kreativität, soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Dabei orientieren wir uns an der Förderung der individuellen Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler. Wir sind sicher, dass die uns anvertrauten jungen Menschen persönlich so gestärkt und gut vorbereitet mit dem notwendigen Wissen und den erforderlichen Kompetenzen in ihr Studium und ihr Berufsleben entlassen werden.

Nähe

Das Gymnasium Schloss Overhagen (G9) ist eine kleine, zweizügige Schule mit nahezu 500 Schülerinnen und Schülern. Diese werden von etwa 35 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Die geringe Größe der Schule und deren Lage auf dem Schlossgelände bringen Überschaubarkeit mit sich und damit eine familiäre Atmosphäre, in der die Schüler*innen sich zu Hause fühlen können. Für unsere Schule ist es charakteristisch, dass ein sehr persönliches Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden besteht.
Pünktlichkeit, gegenseitiger Respekt und Toleranz sind uns für unser Zusammenleben wichtig und vermitteln den Schüler*innen Werte für ihr weiteres Leben.

Die Lehrer*innen am Gymnasium Schloss Overhagen sehen sich als Helfende und Beratende im Lernprozess der Schüler*innen; wir regen Lernen an und unterstützen die Schüler*innen bei der Organisation ihrer eigenen Lernprozesse. Diese pädagogische Arbeit ist nur in einem Klima gegenseitigen Vertrauens zwischen Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen möglich. Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und ein vertrauensvoller Umgang zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Dies ist für uns von besonderer Bedeutung gerade bei der Integration von Lernenden mit Migrationshintergrund. Wir empfinden deren unterschiedliche kulturelle Wurzeln als Bereicherung und wollen ihnen Mut machen, sich selbstbewusst in das politische und vielfältige Leben unserer Gesellschaft einzubringen.
Im Rahmen des Offenen Ganztagsangebots mit Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften lernen wir Lehrer*innen unsere Schüler*innen in ganz anderen Zusammenhängen und Rollen kennen - und umgekehrt- und Partnerschaft wird konkret erlebbar.

Schon seit der Schulgründung und ihrer Aufbauphase halfen Schülerinnen und Schüler bei der baulichen Gestaltung der Schule und auch heute ist ihre Mitwirkung überall präsent, wie unter anderem die Kunstwerke in den Fluren und Klassenräumen bezeugen.

Tradition und Innovation

Kein Widerspruch an einem kleinen Gymnasium

Da das GSO zunächst (auch) als Internat geführt wurde, können sowohl der offene Ganztag als auch die individuelle Förderung bei uns auf eine lange Tradition zurückblicken. Unsere Hausaufgabenbetreuung und die Förderkurse in den schriftlichen Fächern werden in der Regel von Lehrer*innen geleitet. Die einzelnen Nachmittage sind individuell buchbar, so dass dies Schüler*innen und Eltern größtmögliche Freiheit gewährt.
Ein weiteres Merkmal unserer Schule ist ihr integrativer Charakter: nicht nur Schüler*innen unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen, sondern auch solche mit Behinderungen (Körperbehinderte/ Rollstuhlfahrer, Asperger-Syndrom) besuch(t)en unsere Schule und legten ihr Abitur erfolgreich ab. Abgesehen von der nahezu völligen Barrierefreiheit des GSO sind es die vielfältigen Formen des sozialintegrativen Lernens wie z.B. das Einüben von Konflikt-Lösungsstrategien mit Beginn der Klasse 5 durch unsere Streitschlichtungs-AG angeleitet von Schüler*innen oder das Mentorensystem für jüngere Schüler*innen bis hin zur Kooperation mit sozialen Institutionen/Verbänden, die im Bereich der Stadt Lippstadt aktiv sind.

Sehr früh wurde am GSO auf die sich verändernde Gesellschaft bzw. die Auswirkungen der Globalisierung und die damit verbundenen Ansprüche an die Fremdsprachen- und Medienkompetenz reagiert: Wir haben eine über 30-jährige Erfahrung mit einem Schüler*innen-Austausch mit England. Zudem hat das GSO bereits Ende der 90er Jahre bilingualen Unterricht im Differenzierungsbereich angeboten. Derzeit bieten wir den Lernenden die Möglichkeit, das Cambridge Certificate zu erwerben. 

Der Ausbildung von Medienkompetenz wird von Beginn an ein Platz in der Stundentafel eingeräumt: So lernen seit beinahe zwanzig Jahren, beginnend mit der Kl. 5, die Schüler*innen nicht nur den Umgang mit dem PC (und Tablet) als Arbeitsgerät, sondern auch das Internet als Informationsquelle sinnvoll und rechtlich abgesichert zu nutzen. Zudem bilden wir die Lernenden zu Medienscouts aus. Diese helfen den Schüler*innen der Sekundarstufe 1 beim sinnvollen Umgang mit Smartphones und sozialen Netzwerken. Besonders hervorzuheben ist die moderne Ausstattung unserer Schule. Als kreisweit einzige Schule verfügt das GSO in allen Klassen- und Fachräumen über digitale Tafeln und bietet somit eine moderne und sehr abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung an.
Weiterhin wurde in Zusammenarbeit mit der Ingenieurskammer und der Fachhochschule Hamm-Lippstadt, im Differenzierungsbereich „Informatik und Technik“ ein Einführungsmodul in die Grundlagen des Ingenieurberufes eingerichtet. Hier erfährt der Gedanke, Schüler*innen frühzeitig an die Naturwissenschaften heranzuführen – wie schon im teutolab am GSO oder der Lego-Mindstorm AG – eine wichtige Ergänzung. Wir sind damit eines von zwei Gymnasien in NRW, das eine solche Einführung anbietet.

Eine besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Persönlichkeitsentwicklung unserer Lernenden. Abgesehen von der geringen Größe des GSO und all den damit verbundenen Implikationen wie z.B. die wertschätzende Atmosphäre des Lernens und Lehrens, der Umgang miteinander und die Bereitschaft, Verantwortung auch für andere zu übernehmen, gilt es hier auch den künstlerisch-musischen Bereich zu nennen, denn Unterricht der besonderen Art ermöglichen das schuleigene kleine Schlosstheater sowie die Kooperation mit der Musikschule Lippstadt. Das Entwickeln und Aufführen von selbstinszenierten Theaterstücken z.B. mit dem Literaturkurs der Oberstufe hat am GSO eine Tradition. Seit dem Schuljahr 2015-2016 bieten wir auch im Differenzierungsbereich der Klassen 9 und 10 das Fach "Theater - Darstellendes Spiel" an.

Gesellschaft sozial verantwortlich mitgestalten

Schon in der Klasse 5 üben sich unsere Schüler*innen im Erlernen und Anwenden von Konfliktlösungsstrategien; in den Klassen 9 und 10 können sie sich als Streitschlichter ausbilden lassen und helfen, Konflikte zwischen Lernenden zu lösen.
Regelmäßige religiöse Schulwochen, soziale Projekte wie Aktion Tagwerk, das Projekt "Schüler helfen Schülern" sowie weitere zahlreiche Spendenaktionen lassen unsere Schüler*innen erfahren und lernen, engagiert Verantwortung für Menschen außerhalb ihrer Schule oder ihrer Lebenswelt zu übernehmen. Seit dem Schuljahr 2017-2018 wird ein Sozialcurriculum umgesetzt, welches in dieser Form einmalig in der Region ist. Alle Schüler*innen der Klassen 8 und 9 des GSO verpflichten sich zu ehrenamtlichen Tätigkeiten in Schule, Vereinen und persönlichem Umfeld. Das Gymnasium Schloss Overhagen ist außerdem ausgezeichnet als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".
Die Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“, der von unserer Schule auf regionaler Ebene ausgerichtet wird, sowie die regelmäßige Durchführung von (simulierten) Juniorwahlen bei Landtags- und Bundestagswahlen wecken und schärfen das Bewusstsein unserer Schüler*innen als verantwortungsbewusste Bürger und Mitglieder einer demokratischen Zivilgesellschaft.

Medienkonzept

Schule beschränkt sich nicht nur auf reine Wissensvermittlung an sich. Ein zentraler Zweck der Wissensvermittlung ist die Vorbereitung der Schüler auf eine akademische oder berufliche Ausbildung. Natürlich arbeiten wir hier mit der Agentur für Arbeit eng zusammen und besuchen jährlich die Hochschultage der Universität Münster.
Die Lehrer*innen des GSO begleiten die jungen Menschen beim Erlernen eines kritischen Umgangs mit digitalen Endgeräten. Neben all den Vorteilen, welche die digitale Welt mit sich bringt, sind Jugendliche aber auch deutlichen Gefahren z.B. in sozialen Netzwerken ausgesetzt.

Der am GSO stattfindende reflektierte und selbstverständliche Umgang mit digitalen Endgerät schärft bei den Schülerinnen und Schülern vorsichtige Verhaltensweisen im Netz und erweitert das Urteilsvermögen darüber. Der sichere Umgang mit Standardsoftware wird nach der Schule oft als selbstverständlich vorausgesetzt.
Auf all diese Anforderungen stimmt das GSO sein Konzept der Medienerziehung regelmäßig ab und bietet den Schüler*innen vielfältige Möglichkeiten im Umgang mit moderner Hard- und Software. Dabei werden wir von den Medienscouts unserer Schule unterstützt.

Zukunftsorientierung – Vorbereitung auf Studium und Beruf

Wir befinden uns mitten in einer digitalen Umbruchphase: die Welt verändert sich immer schneller, die Computer werden im täglichen Leben immer wichtiger. Das GSO entwickelt sich auch in diesem Bereich stets weiter und ist mit PCs, Laptops, Tabletwagen und Tabletklassen in den Stufen 5 und 6  sowie Smart Boards in allen Räumen ausgestattet.
Besondere Akzente setzen wir am Gymnasium Schloss Overhagen mit dem verbindlichen PC-Unterricht schon in der Jahrgangsstufe 5, mit der jährlichen Teilnahme am Topsim-Projekt der Fachhochschule für Wirtschaft in Paderborn (hier werden Unternehmensplanung und -führung realitätsnah simuliert), mit unserem breiten unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angebot im Bereich der Sprachen, unserer Teilnahme an Experimentalreihen am Berufskolleg Bigge-Olsberg im Rahmen des Biologie-Unterrichts unter Federführung der Bezirksregierung Arnsberg und nicht zuletzt mit dem in NRW einzigartigen Fach Informatik-Technik im Wahlpflichtbereich der Klassen 9 und 10. Hier arbeiten wir eng zusammen mit der Ingenieurskammer-Bau NRW und der Fachhochschule Hamm-Lippstadt.
Zudem findet in der Stufe 9 im Berufs- und Informationszentrum in Soest eine Potenzialanalyse mit jedem einzelnen Schüler/ jeder einzelnen Schülerin statt. Durch eine individuelle Rückmeldung von Mitarbeiter*innen der Agentur für Arbeit werden Stärken aufgezeigt, die bei der Berufswahl entscheidend sein können.
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