Bewegende Begegnung im Schlosstheater: Das Kinder- und Jugendhospiz Soest im Dialog mit unseren Oberstufenschüler:innen
Einen besonderen und tief berührenden Einblick erhielten die Schüler:innen des Religions- und Philosophiekurses der Q1 am vergangenen Dienstag beim Besuch von Vertreterinnen des Kinder- und Jugendhospizes Soest an unserer Schule. Im Schlosstheater wurden die Oberstufenschüler:innen herzlich von Frau Judith Wittpoth begrüßt, die den Jugendlichen die Person Marian Grau näher vorstellte und dessen biografischen Hintergründe, die er in seinem Roman „Bruderherz: Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt“ aufgreift, erläuterte. Dadurch wurde die anschließende Lesung in einen persönlichen und inhaltlichen Kontext eingebettet.
Für die Teilnehmer:innen des Religionskurses fügte sich die Veranstaltung dabei nahtlos in die aktuelle Unterrichtsarbeit ein: Im Unterricht hatten sie sich bereits intensiv mit der Theodizee-Frage und mit Hospizarbeit auseinandergesetzt, sodass die Begegnung mit den Vertreterinnen des Kinder- und Jugendhospizes eine wertvolle Vertiefung und lebensnahe Perspektive auf diese Inhalte bot.
Gleich zu Beginn richtete Marian Grau selbst per Videobotschaft persönliche Worte an die Jugendlichen. Anschließend las Herr Michael Gantenberg, Schirmherr des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizes Soest, aus Graus Roman. Eindrücklich machte er deutlich, warum ihn dieses Buch so bewegt: Es lädt zu einem Perspektivwechsel ein.
Durch die Lesung bekamen die Schüler:innen einen sehr persönlichen Einblick in Marians Leben an der Seite seines schwerbehinderten Bruders Marlon und seiner Familie. Die erzählten Momente machten deutlich, wie eng Freude, Liebe, Herausforderung und Verantwortung miteinander verbunden sein können.
Im anschließenden Gespräch standen Frau Michaela Schulte, hauptamtliche Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendhospizes, sowie Frau Ulrike Ködding, die sich seit 2018 ehrenamtlich engagiert, den Schüler:innen offen Rede und Antwort. Die interessierten und sensiblen Nachfragen zeigten, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzten. Besonders deutlich wurde dabei eine zentrale Botschaft der Hospizarbeit: Es geht nicht um die Begleitung des Todes, sondern um die Begleitung des Lebens – um Unterstützung, Entlastung, gemeinsame Zeit und Würde.
Erfreulich war auch das große Interesse an der Möglichkeit, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren. Die Frage nach notwendigen Qualifikationen machte deutlich, dass dieser Vormittag nicht nur zum Nachdenken, sondern vielleicht auch den einen oder anderen zum Handeln angeregt hat. Damit hinterließ dieser Vormittag spürbare Eindrücke – und sicherlich den einen oder anderen Perspektivwechsel.
Eine Woche später, am 29.01.2026, wurde dieses wichtige Thema in einer weiteren Veranstaltung für die Öffentlichkeit erneut aufgegriffen. Auch hier durfte Frau Judith Wittpoth Herrn Michael Gantenberg zur Lesung begrüßen. Darüber hinaus nahmen sich mehrere Ehrenamtliche die Zeit, den Anwesenden persönliche Einblicke in ihre ehrenamtliche Tätigkeit beim Kinder- und Jugendhospiz zu geben und offen für Fragen zur Verfügung zu stehen. Dabei konnten die Zuhörenden das Herzblut, das die Ehrenamtlichen Renate Hille und Frau Lotte Wiehen in ihre Arbeit und in die Unterstützung für Familien von Kindern mit lebensverkürzenden Krankheiten legen in jedem Wort spüren. Eine ehemalige Schülerin unserer Schule bereicherte die Veranstaltung zudem mit einem sehr bewegenden Beitrag aus der Perspektive eines Geschwisterkindes.
Beide Veranstaltungen machten deutlich, wie wertvoll Begegnung, Zuhören und Perspektivwechsel sind – und wie sehr Kinder- und Jugendhospizarbeit das Leben begleitet, stärkt und menschliche Nähe schenkt.