Ehrlich, aufrüttelnd, intensiv: Timo Schüsseler erneut zu Gast am GSO
Bereits vor zwei Jahren durften wir Timo Schüsseler an unserer Schule begrüßen – und auch am vergangenen Freitag, den 19. September 2025, gelang es dem Präventionsexperten unseren Schülerinnen und Schülern die weitreichenden Folgen von Suchtkrankheiten auf intensive Weise zu verdeutlichen und dabei eindringlich vor den Gefahren scheinbar harmloser Gewohnheiten zu warnen.
Die Veranstaltung fand in der Pausenhalle statt und richtete sich an die 8. und 9. Klassen. Schon zu Beginn stellte Schüsseler eine scheinbar einfache, aber zentrale Frage: „Was ist Sucht?“ Schnell waren sich die Schüler:innen einig: eine Abhängigkeit. Doch er machte deutlich, dass es sich dabei nicht nur um eine Gewohnheit handelt, sondern um eine schwere Krankheit, die potenziell tödlich enden kann. Damit verdeutlichte er die Tragweite des Themas und die reale Gefahr, die hinter einer Abhängigkeit steckt.
Besonders eindrücklich war sein Beispiel aus der Lebenswelt der Jugendlichen: „Könnt ihr euch vorstellen, zwei Wochen ohne digitale Medien auszukommen?“ Einstimmig verneinten die Jugendlichen diese Frage. Damit zeigte Schüsseler, dass es nicht der konkrete Stoff einer Sucht ist, der entscheidend ist, sondern das Gefühl, das er vermittelt – meist ein Glücksgefühl oder Erleichterung.
Aber wer kennt schon den Tag, an dem jährlich an die Drogentoten gedacht wird? Das Thema „Sucht und Drogen“ scheint in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema zu sein, über das nicht gerne gesprochen wird. Und das, obwohl doch jeder potenziell suchtgefährdet sei und eben nicht nur bestimmte Personengruppen: „Glaubt mir, diejenigen, die an einer Droge gestorben sind, hatten nie das Ziel verfolgt, Drogentoter zu werden. Diese Jugendlichen hatten Wünsche und Träume wie ihr“. An Stellen wie diesen konnte man deutlich merken, wie wichtig es Timo Schüsseler ist, sich aktiv in der Drogenprävention einzubringen.
Mit großer Offenheit und Authentizität berichtete er von seinen eigenen Erfahrungen, sprach über die Folgen, die der Konsum für ihn hatte – nicht nur körperlich, sondern auch mental - und welchen Einfluss es auch auf das Leben von geliebten Menschen hat. Zudem betonte er, dass eine Sucht eine chronische Krankheit ist, die man Tag für Tag bekämpfen muss, da sie einen das ganze Leben lang begleitet.
Dabei schaffte er es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und einen direkten Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen herzustellen.
Besonders beeindruckend war die Mischung aus persönlicher Geschichte, fachlichem Wissen und ehrlichen Antworten auf die Fragen, die die Schüler:innen in der Mitte der Veranstaltung stellen konnten. Sein Vortrag war aufweckend, aufwühlend und erschreckend ehrlich, aber gerade deshalb intensiv und hoffentlich mit langer Nachwirkung.
Wir danken Timo Schüsseler herzlich für seinen offenen und eindrucksvollen Vortrag. Veranstaltungen wie diese sind ein wichtiger Baustein der Präventionsarbeit, die Jugendlichen nicht nur zum Nachdenken anregen sollen, sondern sie hoffentlich auch stärken und ihnen helfen, bewusst und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und eigene Grenzen klar zu ziehen.