Kultur im Schloss: Corinna Freudig begeistert mit „Wein, Weib und Weihnachten“
Einen Abend lang war das Schlosstheater fest in der Hand von Humor, Scharfsinn und feiner Satire: Im Rahmen der Reihe „Kultur im Schloss“ präsentierte die Kabarettistin Corinna Freudig ihr Programm „Wein, Weib und Weihnachten“. Irmgard Thiemeyer, die die Reihe „Kultur im Schloss“ organisiert, begrüßte die Kabarettistin gegen 19.30 Uhr herzlich auf unserer Schlossbühne und hieß sie vor ausverkauftem Haus willkommen.
Freudig begab sich auf eine ebenso kluge wie unterhaltsame Spurensuche durch die Weihnachtsgeschichte. Dabei stellte sie Fragen, die man sich vielleicht schon einmal gedacht, aber selten so pointiert und humorvoll formuliert gehört hat. Mit feinem Gespür verband sie klassische Motive der Weihnachtszeit mit aktuellen politischen Entwicklungen, kirchlichen Dogmen und gesellschaftlichen Trends.
Besonders eindrucksvoll war ihre satirische Auseinandersetzung mit dem derzeit viel diskutierten rückläufigen Emanzipationstrend, den sie mit scharfem Witz und klarer Haltung kommentierte. Auch patriarchalische Strukturen nahm sie gekonnt aufs Korn – ebenso wie ein „gewisses Unternehmen“, das nicht zufällig einen angebissenen Apfel als Logo tragen könne – schließlich erinnere der Apfel doch stark an den biblischen Sündenfall.
Zum Abschluss erwartete das Publikum dann noch eine unerwartete Besonderheit: Corinna Freudig präsentierte bekannte Yogastellungen auf ihre ganz eigene Art: sie kombinierte Beweglichkeit mit weinhaltigem Wortwitz und rundete damit den Abend auf charmante Weise ab. Das Publikum reagierte begeistert und bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus.
Ein besonderes Dankeschön gilt den Schülerinnen und Schülern der Q1, die an diesem Abend sowohl Technik als auch Bewirtung übernahmen. Mit großem Einsatz sorgten sie für einen reibungslosen Ablauf und nutzten die Gelegenheit, die Abikasse ein wenig aufzubessern.
Die Mischung aus klugem Humor, bissiger Gesellschaftsanalyse und lebendiger Bühnenpräsenz sorgte für zahlreiche Lacher im Publikum. Doch der Abend endete nicht mit dem Schlussapplaus: Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, im Turmzimmer des Schlosstheaters bei einem Glas Wein weiter ins Gespräch zu kommen.